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Gesamtunfallgeschehen

Unfalltote und Unfallverletzte 2010 in Deutschland

Eine einheitliche Erfassung aller Unfälle in der Bundesrepublik gibt es nicht. Für die einzelnen Lebensbereiche werden die publizierten Unfallzahlen aus unterschiedlichen Statistiken zusammengestellt bzw. hochgeschätzt. Zu nennen sind hier u. a. die Todesursachenstatistik, die Statistiken der gesetzlichen Unfallversicherung und die Straßenverkehrsunfallstatistik. Eine Zusammenfassung der verschiedenen Statistiken zu einer Gesamtunfallzahl ist nicht nur aufgrund unterschiedlicher Erhebungskriterien problematisch, auch Überschneidungen und somit Doppelzählungen spielen eine große Rolle. Letzteres trifft vor allem für die Bereiche "Verkehr und Arbeit" sowie "Verkehr und Schule" zu. Trotz dieser Unwägbarkeiten soll – wie bereits in den Vorjahren - im Folgenden ein ungefährer quantitativer Überblick über das Gesamtunfallgeschehen in der Bundesrepublik für das Jahr 2010 gegeben werden. Dazu müssen auf der Grundlage von Forschungsergebnissen bzw. Sonderstatistiken einige Annahmen getroffen werden.

In der Todesursachenstatistik des Jahres 2010 werden 20.243 Unfalltote ausgewiesen. Das heißt, etwa 0,02 % der gesamten Wohnbevölkerung erleiden einen tödlichen Unfall. Für eine möglichst überschneidungsfreie Verteilung dieser Todesfälle über die Unfallkategorien werden folgende Annahmen getroffen:

  1. Rund 49,9 % der tödlichen Arbeits- und Wegeunfälle (Statistik der gesetzlichen Unfallversicherung) sind Verkehrsunfälle.
  2. Die tödlichen Schulwegunfälle (Statistik der gesetzlichen Schülerunfallversicherung) sind Verkehrsunfälle.
  3. Die tödlichen Heim- und Freizeitunfälle geschehen (entsprechend der Unfälle mit Verletzungsfolge) zu etwa 51 % im häuslichen Bereich und zu etwa 49 % außerhalb des häuslichen Bereichs, wobei hier die tödlichen Sport- und Spielunfälle eingeschlossen sind.

Die Kategorie "Sonstige" ist bei den Todesfällen definiert als "den übrigen Kategorien nicht eindeutig zuzuordnen".

Für die ungefähre Gesamtzahl der Unfallverletzten in der Bundesrepublik und deren Aufteilung nach Unfallkategorien gelten folgende Annahmen:

  1. Es ereignen sich jährlich rund 5,36 Millionen Unfälle in Heim und Freizeit.
  2. Rund 10,5 % der angezeigten Arbeits- und Wegeunfälle (Statistik der gesetzlichen Unfallversicherung) sind Verkehrsunfälle.
  3. Rund 3,6 % der angezeigten Schul- und Schulwegunfälle (Statistik der gesetzlichen Schülerunfallversicherung) sind Verkehrsunfälle.

Davon ausgehend beträgt die Gesamtzahl der Unfallverletzten (ohne Bagatellunfälle) im Jahre 2010 rund 8,25 Millionen, das heißt rund 10,1 % der Wohnbevölkerung erleiden eine Unfallverletzung.

graphische Darstellung zum Gesamtunfallgeschehen 2010 in Deutschland

*) Die in der Kategorie Verkehr enthaltenen Anteile aus dem Arbeitsbereich - 522 tödliche Unfälle und 0,13 Mio. Unfallverletzte - sowie dem Schulbereich - 44 tödliche Unfälle und 0,05 Mio. Unfallverletzte - sind in der jeweiligen Mischfarbe dargestellt.

Quellen: Todesursachenstatistik, Straßenverkehrsunfallstatistik, Statistiken der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, BAuA-Datensatz

Hinweis: Die Zahlen für die Unfallverletzten im Hausbereich und in der Freizeit beruhen auf einer repräsentativen Haushaltsbefragung aus dem Jahr 2000 (siehe "Unfallverletzungen in Heim und Freizeit"). Eine derart umfangreiche Befragung zu diesem Thema ist zurzeit nicht geplant. Es wird daher geprüft, ob andere (aktuellere) Datenbasen für die Gesamtunfallstatistik genutzt werden können.

Kontakt 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Informationszentrum
Postfach  17 02 02
44061 Dortmund

Tel. 0231 9071-2071
Fax 0231 9071-2070

 

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