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Gesamtunfallgeschehen

Die Gesamtunfallstatistik für das Berichtsjahr 2011 wurde grundlegend überarbeitet.

Die bis zum Gesamtunfallgeschehen 2010 genutzten Daten für die Unfallverletzungen in Heim- und Freizeit entstammten einer Befragung der BAuA aus dem Jahr 2000. Sie wurden in den letzten Jahren weiterhin verwendet, weil es in Deutschland keine Unfallzahlen für diesen Bereich gab, die eine Hochrechnung erlaubt hätten und das Kategoriensystem dieser Veröffentlichung widerspiegeln.

Inzwischen erhebt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen Gesundheitsbefragungen von Erwachsenen (GEDA) sowie von Kindern und Jugendlichen (KiGGS) das Unfallgeschehen in ähnlichen Kategorien, so dass in Kooperation mit dem RKI die Gesamtunfallstatistik überarbeitet werden konnte.

Unfalltote und Unfallverletzte 2011 in Deutschland

Eine einheitliche Erfassung aller Unfälle in Deutschland gibt es nicht. Es liegen allerdings für verschiedene Lebensbereiche einzelne Statistiken zu Unfallzahlen vor:

  • Arbeit und Schule: Arbeits- bzw. Schulunfallstatistiken der Unfallversicherungsträger
  • Verkehr: Verkehrsunfallstatistiken des Statistischen Bundesamtes
  • Heim und Freizeit: Schätzungen bzw. Hochrechnungen des Robert Koch-Institutes (RKI) aus Befragungsdaten (GEDA und KiGGS)
  • Tödliche Unfälle: Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes.

Eine Zusammenfassung der verschiedenen Statistiken zu einer Gesamtunfallzahl ist nicht nur aufgrund unterschiedlicher Erhebungskriterien problematisch, auch Überschneidungen und somit Doppelzählungen spielen eine große Rolle. Letzteres trifft vor allem für die Bereiche "Verkehr und Arbeit" sowie "Verkehr und Schule" zu. Trotz dieser Unwägbarkeiten soll - wie bereits in den Vorjahren - im Folgenden ein ungefährer quantitativer Überblick über das Gesamtunfallgeschehen in Deutschland für das Jahr 2011 gegeben werden.

In der Todesursachenstatistik des Jahres 2011 werden 20.406 Unfalltote ausgewiesen. Das heißt, etwa 0,02 % der gesamten Wohnbevölkerung erlitten 2011 einen tödlichen Unfall. Aus den vorliegenden Statistiken ist klar, dass es

  • 1.064 Todesopfer durch Arbeitsunfälle gegeben hat, wovon 530 auf den Bereich Verkehr entfielen,
  • 77 Todesopfer durch Schulunfälle gegeben hat, wovon 66 auf den Bereich Verkehr entfielen,
  • insgesamt 4.197 Todesopfer durch Verkehrsunfälle (inkl. Arbeit und Schule) gegeben hat, und es
  • 7.868 Todesopfer durch Unfälle im Hausbereich gegeben hat.
  • Daraus lässt sich ableiten, dass 7.796 Unfalltote bei anderen Aktivitäten - vornehmlich in der Freizeit - umgekommen sind.

Für den Bereich der Unfallverletzten liegt keine gesicherte Gesamtzahl vor. Aus den genannten Erhebungen ist klar, dass sich

  • 1,20 Mio. Arbeitsunfälle ereigneten, von denen 0,13 Mio. auf den Bereich Verkehr entfielen,
  • 1,41 Mio. Schulunfälle ereigneten, von denen 0,05 Mio. auf den Bereich Verkehr entfielen,
  • insgesamt 0,39 Mio. Verkehrsunfälle (inkl. Arbeit und Schule) ereigneten.
  • Aus Schätzungen des Robert Koch-Institutes sind zudem 2,80 Mio. Unfälle im Hausbereich
  • und 2,29 Mio. Unfälle in der Freizeit abzuleiten. Zudem weist das RKI erheblich mehr Unfälle im Verkehr aus als polizeilich erfasst werden (0,80 Mio. zusätzlich). Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei zu großen Teilen um sog. Alleinunfälle im Verkehr (z. B. Sturz vom Fahrrad) handelt, die im Rahmen dieser Gesamtunfallstatistik zu den Freizeitunfällen gezählt werden. Somit ergeben sich insgesamt 3,10 Mio. Unfälle im Freizeitbereich.

Damit ergibt sich ein Gesamtvolumen von geschätzt 8,72 Mio. Unfällen im Jahr 2011, d. h. durchschnittlich jeder zehnte Einwohner erlitt 2011 einen Unfall.

graphische Darstellung zum Gesamtunfallgeschehen 2011 in Deutschland

*) Die in der Kategorie Verkehr enthaltenen Anteile aus dem Arbeitsbereich - 530 tödliche Unfälle und 0,13 Mio. Unfallverletzte - sowie dem Schulbereich - 66 tödliche Unfälle und 0,05 Mio. Unfallverletzte - sind in der jeweiligen Mischfarbe dargestellt.

Quellen: Todesursachenstatistik, Straßenverkehrsunfallstatistik, Statistiken der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, RKI-Datensatz

Kontakt 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Informationszentrum
Postfach  17 02 02
44061 Dortmund

Tel. 0231 9071-2071
Fax 0231 9071-2070

 

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