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Gesamtunfallgeschehen

Unfalltote und Unfallverletzte 2012 in Deutschland

Eine einheitliche Erfassung aller Unfälle in Deutschland gibt es nicht. Es liegen allerdings für verschiedene Lebensbereiche einzelne Statistiken zu Unfallzahlen vor:

  • Arbeit und Schule: Arbeits- bzw. Schulunfallstatistiken der Unfallversicherungsträger
  • Verkehr: Verkehrsunfallstatistiken des Statistischen Bundesamtes
  • Heim und Freizeit: Schätzungen bzw. Hochrechnungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) aus Befragungsdaten (GEDA¹ und KIGGS²)
  • Tödliche Unfälle: Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes

Eine Zusammenfassung der verschiedenen Statistiken zu einer Gesamtunfallzahl ist nicht nur aufgrund unterschiedlicher Erhebungskriterien problematisch, auch Überschneidungen und somit Doppelzählungen spielen eine große Rolle. Letzteres trifft vor allem für die Bereiche "Verkehr und Arbeit" sowie "Verkehr und Schule" zu. Trotz dieser Unwägbarkeiten soll - wie bereits in den Vorjahren - im Folgenden ein ungefährer quantitativer Überblick über das Gesamtunfallgeschehen in Deutschland für das Jahr 2012 gegeben werden.

In der Todesursachenstatistik des Jahres 2012 werden 20.822 Unfalltote ausgewiesen. Das heißt, etwa 0,03 % der gesamten Wohnbevölkerung erlitten 2012 einen tödlichen Unfall. Aus den vorliegenden Statistiken ist klar, dass es

  • 1.080 Todesopfer durch Arbeitsunfälle gegeben hat, wovon 517 auf den Bereich Verkehr entfielen.
  • 56 Todesopfer durch Schulunfälle gegeben hat, wovon 45 auf den Bereich Verkehr entfielen.
  • insgesamt 3.817 Todesopfer durch Verkehrsunfälle (inkl. Arbeit und Schule) gegeben hat, und es
  • 8.158 Todesopfer durch Unfälle im Hausbereich gegeben hat.

Daraus lässt sich ableiten, dass 8.273 Unfalltote bei anderen Aktivitäten - vornehmlich in der Freizeit - umgekommen sind.

Für den Bereich der Unfallverletzten liegt keine gesicherte Gesamtzahl vor. Aus den genannten Erhebungen ist klar, dass sich

  • 1,15 Mio. Arbeitsunfälle ereigneten, von denen 0,13 Mio. auf den Bereich Verkehr entfielen.
  • 1,34 Mio. Schulunfälle ereigneten, von denen 0,05 Mio. auf den Bereich Verkehr entfielen.
  • insgesamt 0,39 Mio. Verkehrsunfälle (inkl. Arbeit und Schule) ereigneten.
  • Aus Schätzungen des Robert-Koch-Institutes sind zudem 2,80 Mio. Unfälle im Hausbereich und
  • 2,29 Mio. Unfälle in der Freizeit abzuleiten. Zudem weist das RKI erheblich mehr Unfälle im Verkehr aus als polizeilich erfasst werden. Es ist davon auszugehen, dass es sich dabei zu großen Teilen um sog. Alleinunfälle im Verkehr (z. B. Sturz vom Fahrrad) handelt, die im Rahmen dieser Gesamtunfallstatistik zu den Freizeitunfällen gezählt werden. Somit ergeben sich für das Jahr 2012 insgesamt 3,11 Mio. Unfälle im Freizeitbereich.

Damit wird das Gesamtvolumen auf 8,60 Mio. Unfälle im Jahr 2012 geschätzt, d. h. durchschnittlich jeder zehnte Einwohner erlitt 2012 einen Unfall.

graphische Darstellung zum Gesamtunfallgeschehen 2012 in Deutschland

*) Die in der Kategorie Verkehr enthaltenen Anteile aus dem Arbeitsbereich - 517 tödliche Unfälle und 0,13 Mio. Unfallverletzte - sowie dem Schulbereich - 45 tödliche Unfälle und 0,05 Mio. Unfallverletzte - sind in der jeweiligen Mischfarbe dargestellt.

Quellen: Todesursachenstatistik, Straßenverkehrsunfallstatistik, Statistiken der gesetzlichen Unfallversicherungsträger, RKI-Datensatz

Hinweis:

Die Gesamtunfallstatistik wurde zum Berichtsjahr 2011 grundlegend überarbeitet.

Die bis zum Gesamtunfallgeschehen 2010 genutzten Daten für die Unfallverletzungen in Heim- und Freizeit entstammten einer Befragung der BAuA aus dem Jahr 2000. Sie wurden weiter verwendet, weil es in Deutschland keine Unfallzahlen für diesen Bereich gab, die eine Hochrechnung erlaubt hätten und das Kategoriensystem dieser Veröffentlichung widerspiegeln.

Inzwischen erhebt das Robert Koch-Institut (RKI) in seinen Gesundheitsbefragungen von Erwachsenen (GEDA) sowie von Kindern und Jugendlichen (KiGGS) das Unfallgeschehen in ähnlichen Kategorien, so dass diese Daten in Kooperation mit dem RKI für die Gesamtunfallstatistik genutzt werden können.

¹) www.rki.de/geda, 2010
²) www.rki.de/kiggs, 2003 - 2006

Kontakt 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Informationszentrum
Postfach  17 02 02
44061 Dortmund

Tel. 0231 9071-2071
Fax 0231 9071-2070

 

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