SkI: Skala Irritation
- Autor(en):
- MOHR, RIGOTTI, MÜLLER, A.
- Gestaltungsbezug:
- Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
- Analysetiefe:
- Orientierendes Verfahren
- Jahr:
- 1991, 2005
- Quintessenz:
- Mit der SkI wird das Ausmaß erfasst, in dem ein Beschäftigter den Verlust seiner Regenerationsfähigkeit erlebt. Irritation ist ein Zustand psychischer Befindensbeeinträchtigung in Folge erlebter Zieldiskrepanz, der sowohl Ruminationen (Grübeleien), im Sinne verstärkter Zielerreichungsbemühungen, als auch Gereiztheitsreaktionen im Sinne einer Zielabwehrtendenz umfasst. Der Zustand psychischer Erschöpfung entsteht durch bedeutsame und/oder anhaltende psychische, emotionale sowie soziale Arbeitsbelastungen. Ein Beschäftigter ist dabei nicht mehr in der Lage, sich nach der Arbeit zu entspannen. Irritation hat sich als Vorläufer weiterer Beeinträchtigungen gezeigt. Durch Veränderungen der Belastungssituation oder der Bewältigungsressourcen, z. B. durch Maßnahmen der psychologischen Arbeits- und Technikgestaltung oder durch Trainings, kann der eingetretene Erschöpfungszustand mit der Zeit vermindert werden.
- Ziel(e):
- mittelfristige Beanspruchungsfolgen
- Methode(n) der Datengewinnung:
- schriftliche Befragung
- Merkmalbereich(e):
verschiedene Erschöpfungszustände
- Tätigkeitsklasse(n):
- universell
- Branche(n):
- universell
- Items:
8
- Durchführungszeit(en):
- 2 Minuten
- theoretische Fundierung:
Modell psychischer Befindensbeeinträchtigungen (siehe Mohr, G., 1991). Fünf Subkonstrukte psychischer Befindensbeeinträchtigungen bei Industriearbeitern: Auswahl und Entwicklung. In S. Greif, E. Bamberg & N. Semmer (Hrsg.), Psychischer Stress am Arbeitsplatz [Stress at the work place] (S. 91-119). Göttingen: Hogrefe. sowie Zieldiskrepanz (siehe Müller, A., Mohr, G. & Rigotti, T. (2004). Differentielle Aspekte psychischer Beanspruchung aus Sicht der Zielorientierung. Die Faktorstruktur der Irritations-Skala. Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie, 25(4), 213-225 )
- Gütekriterien:
- vorhanden; Angaben zur Objektivität, Reliabilität sowie Validität finden sich im Manual; Gütekriterien und Normwerte liegen ebenfalls für folgende Sprachversionen vor: Englisch, Spanisch, Niederländisch und Swedisch
- Art:
Einzelverfahren (+ Neuentwicklungen), Parallelform, in verschiedenen Sprachen vorliegend (siehe Mohr, G., Müller, A., Rigotti, T., Aycan, Z. & Tschan F. (2006). The assessment of psychological strain in work contexts: Concerning the structural equivalency of nine language adaptations of the Irritation-scale. European Journal of Psychological Assessment, 22(3), 198-206.)
- Ansprechpartner:
-
Prof. Gisela Mohr
E-Mail: rsplitt@uni-leipzig.de
Universität Leipzig
- Zugang:
Mohr, G., Rigotti, T. & Müller, A. (2007). Irritations-Skala zur Erfassung arbeitsbezogener Beanspruchungsfolgen. Göttingen: Hogrefe.
- Beispiel-Items:
Es fällt mir schwer, nach meiner Arbeit abzuschalten. (Kognitive Irritation)
Wenn andere mich ansprechen, kommt es vor, dass ich mürrisch reagiere. (Emotionale Irritation)
Antwortformat 7-stufig: von "trifft überhaupt nicht zu" bis "trifft fast völlig zu"
- Kosten:
- Kompletter Test, inklusive 10 Anwendungen: 72 EUR; 25 Fragebogen: 8 EUR
- Stichwörter:
- Befindensbeeinträchtigung, Belastungen, Belastungssituation, Emotionen, Erschöpfung, Gereiztheit, Gestaltung
