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SPA: Screening psychischer Arbeitsbelastungen, in den Formen SPA-P (Person) und SPA-S (Situation)

Autor(en):
METZ, ROTHE
Gestaltungsbezug:
Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
Analysetiefe:
Screeningverfahren
Jahr:
1999
Quintessenz:
Das SPA kann im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen gemäß Arbeitsschutzgesetz von 1996 eingesetzt werden. Es besteht aus drei Teilverfahren, die sich direkt aufeinander beziehen:

- SPA-S (bedingungsbezogen) - Einschätzung der Belastungen durch Experten
- SPA-P1 (personbezogen) - Einschätzung der Belastungen durch Beschäftigte
- SPA-P2 (personbezogen) - Einschätzung der erlebten Beanspruchungen.

Voraussetzung für den Einsatz des SPA-S sind Kenntnisse des Untersuchers über den Arbeitsinhalt, die Auftragsziele, die einzusetzenden Arbeitsmittel und -verfahren und die geforderte Qualifikation. Das SPA-S sollte von Arbeitswissenschaftlern und Betriebsärzten nach vorausgehender Verfahrensschulung eingesetzt werden.

Das SPA-P kann von Arbeitspsychologen, nach vorausgehender Verfahrensschulung auch von Betriebsärzten und Arbeitswissenschaftlern eingesetzt werden.
Ziel(e):
Belastungs- und Beanspruchungsanalyse
Methode(n) der Datengewinnung:
Beobachtung, schriftliche Befragung
Merkmalbereich(e):

Entscheidungsspielraum, Komplexität, Qualifikation, Risikosituationen, unspezifische Belastung, soziale Beziehungen

Tätigkeitsklasse(n):
universell
Branche(n):
Industrie, Büro und Verwaltung, Dienstleistungsbranche, Gesundheitswesen, Bildungswesen
Items:

SPA-S: 37 Items
SPA-P: pro Teilverfahren jeweils 60 Items, die den 37 Items des SPA-S direkt zugeordnet sind.

Durchführungszeit(en):
SPA-S: abhängig von der Bekanntheit der Arbeitsplätze SPA-P: ca. 15-20 min
theoretische Fundierung:

transaktionales Stresskonzept; Auftrags-Auseinandersetzungs-Konzept; Job Characteristics Model

Gütekriterien:
vorhanden (2007)
Art:

Einzelverfahren

Ansprechpartner:
Prof. A.-M. Metz
E-Mail: 
Universität Potsdam
Zugang:

SPA-S:
http://www.uni-potsdam.de/db/psycho/

SPA-P:
Metz, A.-M.; Rothe, H.-J.: Erfassung und Bewertung psychischer Belastungen - Screening pathogener Arbeitsbelastungen. Ergo Med. Zeitschrift für arbeitsmedizinische und arbeitshygienische Praxis 23, 2, 1999, 122 - 126

Für beide Verfahren:
Metz, A.-M. , Rothe, H.-J. & Degener, M. (2001). Belastungsprofile von Beschäftigten in Call Centers. Z Arbeits- und Organisationspsychologie (3), 124-135

Rothe, H.-.J. & Metz, A.-M. (2003). Psychische Fehlbelastungen - bedingungs- oder personbezogen erfassen?. In H.-G. Giesa, K.-P. Timpe & U. Winterfeld (Hrsg.). Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. 12. Workshop. 387-391. Heidelberg: Asanger

Metz, A.-M., Degener, M. & Pitack, J. (2004). Erfassung psychischer Fehlbelastung unter den Aspekten Ort und Zeit. Fb 1026 der BAuA. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag

Metz, A.-M., Neuhaus, K. & Kunze, D. (2004). Psychische Fehlbelastung in der Krankenpflege und Gesundheitsförderung. Arbeit (3), 305-311

Metz, A.-M., Rothe, H.-J. & Panek, F. (2007). Screening psychischer Arbeitsbelastungen (SPA) - Verfahrensentwicklung und Anwendungserfahrungen. In Bärenz, Metz, Rothe (Hrsg.). Psychologie der Arbeitssicherheit und Gesundheit. 14. Workshop 2007. Kröning: Asanger Verlag

Beispiel-Items:

SPA-S:

Analysebereich 1.1. Entscheidungsspielraum

1.1.4
a) Zeitpunkte/Dauer aktiver Tätigkeit werden im Wesentlichen vom Beschäftigen selbst bestimmt.
b) Zeitpunkte/Dauer aktiver Tätigkeit sind durch technische/technologische, andere objektive Erfordernisse festgelegt und vom Beschäftigten kaum zu beeinflussen.

Analysebereich 1.2. Komplexität/Variabilität

1.2.1
a) Aufgabengebundene Kommunikations- und Kooperationserfordernisse sind für den Beschäftigten eindeutig und überschaubar.
b) Aufgabengebundene Kommunikations- und Kooperationserfordernisse sind für den Beschäftigten unklar.

Analysebereich 1.3. Qualifikationserfordernisse

1.3.2
a) Die Arbeitsaufgaben erfordern häufiges Neu- und Umlernen durch Fort- und Weiterbildungen.
b) Die Arbeitsaufgaben erfordern in der Regel nach der Einarbeitungszeit kein Neu- und Umlernen.

Analysebereich 2. Risikobehaftete Arbeitssituationen/ besondere Anforderungen an die Handlungszuverlässigkeit

2.1
a) Die Arbeitsaufgaben erlauben die kontinuierliche Zuwendung zu einer Arbeitstätigkeit (vom Beginn bis zu ihrer Erledigung).
b) Die Arbeitsaufgaben erfordern die ständige parallele Ausführung von Arbeitstätigkeiten.

Analysebereich 3. Belastende Ausführungsbedingungen

3.2
a) Rückmeldungen über die Auswirkungen eigener Handlungen stehen dem Beschäftigten in der erforderlichen Zeit/Menge/Qualität zur Verfügung.
b) Dem Beschäftigten stehen Rückmeldungen über die Auswirkungen eigener Handlungen in der erforderlichen Zeit/Menge/Qualität nicht zur Verfügung.

SPA-P:

Analysebereich 1.1. Entscheidungsspielraum
8. Ich kann selbst bestimmen, wann ich meine Arbeit unterbreche und eine Pause machen will.

Analysebereich 1.2. Komplexität / Variabilität
12. Es ist eindeutig festgelegt, mit wem und in welcher Weise ich zusammenarbeite.

Analysebereich 1.3. Qualifikationserfordernisse
24. Um meine Arbeitsaufgaben erfüllen zu können, muss ich häufig Neues dazulernen.

Analysebereich 2. Risikobehaftete Arbeitssituationen / besondere Anforderungen an die Handlungszuverlässigkeit
26. In meiner Tätigkeit muss ich oft gleichzeitig mehrere Aufgaben erledigen.

Analysebereich 3. Belastende Ausführungsbedingungen
32. Zu meiner Tätigkeit gehört es, die Qualität meiner Leistung selbst zu kontrollieren.

Analysebereich Soziale Beziehungen
56. Die Vorgesetzten bewerten die Arbeitsleistung aller Kollegen gerecht.

Kosten:
Das Verfahren wird von den Autoren zurzeit kostenfrei zur Verfügung gestellt. Kostenpflichtige Schulungen werden durch die BAuA regelmäßig angeboten.
Stichwörter:
psychische Belastungen, Arbeitsinhalt, Ausführungsbedingungen, Handlungszuverlässigkeit, Gefährdungsbeurteilung, soziale Beziehungen