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LIPT: Leymann Inventory of Psychological Terror

Autor(en):
LEYMANN
Gestaltungsbezug:
Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
Analysetiefe:
Expertenverfahren
Jahr:
1996
Quintessenz:
Das Verfahren LIPT erfasst Mobbing als spezifischen sozial-psychologischen Stressor im Rahmen der Analyse psychischer Belastungen. Dabei wird unter Mobbing ein Konflikt mit Kollegen und/oder Vorgesetzten verstanden, der schnell eskaliert, in mehreren Phasen verläuft und zu bedeutsamen Schädigungen von Betroffenen und Kosten für Unternehmen führt. Die gemobbte Person gerät in eine unterlegene Position und wird auf systematische direkte oder indirekte Weise sehr oft und während längerer Zeit kränkenden Handlungen ausgesetzt. Diese Handlungen erfasst der LIPT-Fragebogen neben anderen Merkmalen wie beispielsweise Stresssymptomen. Er kann in arbeitspsychologischen Betriebsuntersuchungen zur Sensibilisierung beitragen, Schwachstellen in der Organisation aufdecken und Argumente für Maßnahmen liefern. Mit dem LIPT ist auch eine überbetriebliche und überregionale Erfassung von Mobbing möglich. Die Ergebnisse weisen auf branchen- und tätigkeitsspezifische oder regionale Problemzonen hin. Wenn die Ursachen aufgeklärt werden, kann ein Beitrag für die Humanisierung von Arbeitsbedingungen und die Gesundheitsförderung geleistet werden.
Ziel(e):
Feststellen von Mobbingverhalten und -verläufen
Methode(n) der Datengewinnung:
schriftliche Befragung
Merkmalbereich(e):

sozioökonomische Fragen, Mobbinghandlungen, Intensität und Dauer, Stresssymptome

Tätigkeitsklasse(n):
universell
Branche(n):
universell
Items:

Sozioökonomische Fragen: 10
Mobbinghandlungen: 45
Intensität und Dauer: 5
Stresssymptome: 39

Durchführungszeit(en):
ca. 15 bis 30 Minuten
theoretische Fundierung:

Mobbingdefinition nach Leymann, psychosoziales Stresskonzept

Gütekriterien:
vorhanden
Art:

Einzelverfahren

Zugang:

Leymann, H.: Handanleitung für den LIPT-Fragebogen. Tübingen: DGVT-Verlag 1996

Beispiel-Items:

Waren Sie innerhalb der letzten 12 Monate einigen der folgenden Handlungen ausgesetzt?

3. Ihre Arbeitsaufgaben werden geändert, um Sie zu bestrafen:

  • Sie bekommen keine Arbeitsaufgabe zugewiesen, Sie sind ohne Beschäftigung in der Arbeit
  • Sie bekommen sinnlose Arbeitsaufgaben zugewiesen
  • Sie werden für gesundheitsgefährdende Arbeitsaufgaben eingesetzt
  • Sie erhalten Arbeitsaufgaben, die weit unter Ihrem Können liegen
  • Sie werden ständig zu neuen Arbeitsaufgaben eingeteilt
  • Sie erhalten "kränkende" Arbeitsaufgaben
  • nichts von all dem
  • andere: ...

5. Gewalt und Gewaltandrohung:

  • Sie werden zu Arbeiten gezwungen, die Ihrer Gesundheit schaden
  • Sie werden trotz Ihres schlechten Gesundheitszustandes zu gesundheitsschädlichen Arbeiten gezwungen
  • Man droht Ihnen mit körperlicher Gewalt
  • Man wendet leichtere Gewalt gegen Sie an, um Ihnen z. B. einen Denkzettel zu verpassen
  • Sie werden körperlich misshandelt
  • Jemand verursacht Ihnen Kosten, um Ihnen zu schaden
  • Jemand richtet an Ihrem Heim oder an Ihrem Arbeitsplatz Schaden an
  • Es kommt Ihnen gegenüber zu sexuellen Handgreiflichkeiten
  • nichts von all dem
  • andere: ...

Antwortformat: alternativ (Ankreuzen der zutreffenden Aussagen)

Kosten:
Handanleitung und Fragebogen: 4,80 EUR
Stichwörter:
Betriebsklima, Konflikte, Mobbing, Stress, Verhalten, Zusammenarbeit