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JDS: Job Diagnostic Survey (deutsche Fassung)

Autor(en):
SCHMIDT, K.-H., KLEINBECK, SEIDEL, OTTMANN
Gestaltungsbezug:
Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
Analysetiefe:
Expertenverfahren
Jahr:
1985
Quintessenz:
Der JDS ist ein subjektives aufgaben- und tätigkeitsbezogenes Arbeitsanalyseverfahren von HACKMANN und OLDHAM (1975), das (nicht nur) ins Deutsche übersetzt wurde. Die Arbeitsplatzinhaber werden schriftlich zu Merkmalsausprägungen ihrer Arbeit befragt. Durch die Erfassung von Merkmalen wie der erlebten Bedeutsamkeit der Arbeit, der erlebten Verantwortung für die Arbeitsergebnisse und des Wissens um die Arbeitsergebnisse kann der motivationale Anregungsgehalt einer Arbeitstätigkeit bzw. -aufgabe abgeleitet werden. Das Verfahren spiegelt darüber hinaus Arbeitseinstellungen einer Person bzw. Einstellungen zum Arbeitsplatz wider. Es bestehen Zusammenhänge zu Themen wie Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation, Fehlzeiten, Fluktuation und Arbeitsleistung. Daher sollten Fehlzeiten und Fluktuation sowie Qualitätsmängel Anlass zur Analyse sein, um mögliche motivationale Ursachen zu erkennen. Des Weiteren können mit dem JDS die Wirkungen von Arbeitsgestaltungsmaßnahmen beurteilt werden.

Neben der Befragung der Arbeitsplatzinhaber können mit einer gekürzten Variante - dem "Job Rating" - die Vorgesetzten oder externen Beobachter zu den Ausprägungen von Aufgabenmerkmalen befragt werden. Ein Vergleich mit den Merkmalseinstufungen der Arbeitsplatzinhaber ist möglich.
Ziel(e):
motivationspsychologisch orientierte Arbeitsanalyse und -gestaltung
Methode(n) der Datengewinnung:
schriftliche Befragung
Merkmalbereich(e):

Anforderungsvielfalt, Aufgabengeschlossenheit, Aufgabenbedeutsamkeit, Autonomie, Rückmeldung

Tätigkeitsklasse(n):
universell
Branche(n):
universell
Items:

JDS: 83
JR: 21

Durchführungszeit(en):
JDS: ca. 20 Minuten; JR: ca. 10 Minuten
theoretische Fundierung:

Job Characteristics-Modell, Konzept der intrinsischen Motivation

Gütekriterien:
vorhanden
Art:

Einzelverfahren

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Klaus-Helmut Schmidt
E-Mail: 
Prof. Dr. Uwe Kleinbeck
E-Mail: 
Universität Dortmund
Zugang:

Schmidt, K.-H.; Kleinbeck, U.: Job Diagnostic Survey (JDS - deutsche Fassung). In: Dunckel, H.: Handbuch psychologischer Arbeitsanalyseverfahren. Schriftenreihe Mensch-Technik-Organisation, Band 14 (Hrsg. E. Ulich). Zürich: vdf Hochschulverlag AG 1999, 205-230

Schmidt, K.-H.; Kleinbeck, U; Ottmann, W.; Seidel, B.: Ein Verfahren zur Diagnose von Arbeitsinhalten: Der Job Diagnostic Survey (JDS). Psychologie und Praxis, Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 29, 162-172, 1985.

Schmidt, K.-H.; Kleinbeck, U.: Beziehungen zwischen intrinsischen und extrinsischen Anreizfaktoren der Arbeitsmotivation und Arbeitszufriedenheit. In: Psychologie und Praxis. Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie, 1983, 27, 79-86

Beispiel-Items:

Anforderungsvielfalt:
Meine Arbeit verlangt von mir den Einsatz einer Vielzahl von verschiedenen, komplexen Fähigkeiten mit hohen Anforderungen.

Aufgabengeschlossenheit:
Meine Arbeit gibt mir die Möglichkeit, eine angefangene Arbeit auch zu Ende zu führen.

Bedeutsamkeit der Arbeit:
Die Art und Weise, wie gut ich meine Arbeit mache, beeinflusst viele Leute.

Autonomie:
Meine Arbeit gibt mir beträchtliche Gelegenheit, selbst zu entscheiden, wie ich dabei vorgehe.

Rückmeldung:
Bei der Ausführung meiner Arbeitstätigkeiten kann ich gut feststellen, wie gut ich arbeite.

Erlebte Bedeutsamkeit der Arbeit:
Die Arbeit, die ich mache, bedeutet mir sehr viel.

Erlebte Verantwortlichkeit für die Arbeit:
Ich empfinde ein hohes Maß an persönlicher Verantwortung für die Arbeit, die ich tue.

Wissen um die Ergebnisse der Arbeit:
Ich weiß gewöhnlich, ob ich meine Arbeit zufriedenstellend gemacht habe oder nicht.

Allgemeine Arbeitszufriedenheit:
Allgemein gesprochen bin ich mit meiner Arbeit sehr zufrieden.

Intrinsiche Arbeitsmotivation:
Ich empfinde eine große persönliche Zufriedenheit, wenn ich meine Arbeit gut mache.

Zufriedenheit mit den Entfaltungsmöglichkeiten:
Wie zufrieden sind Sie mit den Möglichkeiten, durch Ihre Arbeit sich persönlich weiterzuentwickeln.

7-stufiges Antwortformat, meist verbal verankert ("völlig unzutreffend" bis "stimmt völlig")

Kosten:
Versandkosten
Stichwörter:
Anforderung, Arbeitsgestaltung, Arbeitsinhalte, Arbeitszufriedenheit, Arbeitsmotivation, Fehlzeiten, Fluktuation, Motivation, Subjektive Arbeitsbewertung, Tätigkeitsbewertung, Verhalten