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FAA: Fragebogen zur Arbeitsanalyse

Autor(en):
FRIELING, HOYOS
Gestaltungsbezug:
Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
Analysetiefe:
Expertenverfahren
Jahr:
1978
Quintessenz:
Der FAA kann als Standardverfahren der psychologischen Arbeitsanalyse angesehen werden (KANNHEISER, FRIELING, 1992; LINKE, 1981). Er basiert auf dem von McCORMICK et al. (1969/1972) entwickelten Position Analysis Questionnaire (PAQ) und wurde nach mehrjähriger Forschungsarbeit von FRIELING und HOYOS (1978) an deutsche Sprach- und Arbeitsverhältnisse angepasst (FRIELING, 1992, WIENDIECK, 1994).

Der FAA konnte aufgrund der detaillierten Beschreibung der Anforderungen verschiedener beruflicher Positionen erfolgreich bei berufspsychologischen Fragestellungen im Rahmen eignungsdiagnostischer Fragestellungen sowie zur Klassifikation von Anforderungsähnlichkeiten verschiedener beruflicher Positionen eingesetzt werden, um u. a. Urteile über die Gerechtigkeit von Entlohnungen zu fällen. Es gibt eine verkürzte Version des FAA von BRACKHANE (1990) für Behindertenwerkstätten (FRIELING, 1992). Der FAA wurde Grundlage bzw. Ausgangspunkt für weitere Verfahrensentwicklungen. Damit werden die Anforderungen, die durch eine bestimmte Position bzw. einer durch diese Position umrissenen Arbeitsaufgabe gegeben sind, erfasst. Jedes Einzelelement des Fragebogens wird dahingehend geprüft, wie wichtig es für die umrissene Arbeitsaufgabe ist.
Ziel(e):
Klassifikation von Anforderungsähnlichkeiten, berufspsychologische Fragestellungen, Ermittlung von Eignungsanforderungen
Methode(n) der Datengewinnung:
Beobachtung, Beobachtungsinterview, schriftliche Befragung, mündliche Befragung
Merkmalbereich(e):

z. B. Informationsaufnahme und -verarbeitung, Arbeitsausführung, arbeitsrelevante Beziehungen, Umgebungseinflüsse

Tätigkeitsklasse(n):
körperlich, geistig
Branche(n):
universell
Items:

221

Durchführungszeit(en):
Anwendungsdauer: 1 - 2 Stunden; Auswertungsdauer: abhängig vom Untersuchungsumfang, Computerunterstützung möglich
theoretische Fundierung:

Reiz-Reaktions-Modell; Erweiterung und Modifikation des Position Analysis Questionnaire (PAQ) von McCormick et al. (1969/1972); (Frieling, 1999)

Gütekriterien:
Reliabilität und Validität vorhanden
Art:

Einzelverfahren (Module)

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ekkehart Frieling
E-Mail: 
Institut für Arbeitswissenschaft der Universität und Gesamthochschule Kassel
Heinrich-Plett-Str. 40
34109 Kassel
Zugang:

Frieling, E.; Hoyos, Graf C.: Fragebogen zur Arbeitsanalyse (FAA). Bern: Verlag Hans Huber 1978

Frieling, E.: Fragebogen zur Arbeitsanalyse (FAA). In Dunckel, H. (Hrsg.): Handbuch psychologischer Arbeitsanalyseverfahren. Zürich: vdf Hochschulverlag an der ETH 1999

Beispiel-Items:

Dimensionen:

1 Informationsaufnahme und Informationsverarbeitung

  • Quellen der Arbeitsinformation
  • Sinnes- und Wahrnehmungsprozesse
  • Beurteilungsleistungen
  • Denk- und Entscheidungsprozesse
  • Verwendung von gelernter Information

2. Arbeitsausführung

  • Gebrauch von Werkzeugen, technischen Apparaturen und Anlagen
  • Manuelle Tätigkeiten
  • Tätigkeiten, die mit dem gesamten Körper ausgeführt
  • Grad der körperlichen Anstrengung
  • Körperhaltung/ Körperbewegung
  • Bewegungs- und Koordinationsleistungen

3. Arbeitsrelevante Beziehungen

  • Kommunikationsformen
  • Verschiedene zwischenmenschliche Beziehungen
  • Umfang persönlicher Kontakte
  • Arten von Kontaktpersonen
  • Anweisung und Koordination
  • Belastungen und Konflikte

4. Umgebungseinflüsse und besondere Arbeitbedingungen

  • Äußere Arbeitsbedingungen
  • Unfallgefährdung und Arbeitssicherheit
  • Strukturierung der Arbeit
  • Verantwortung
  • Besondere Anforderungen
  • Arbeitszeitregelungen
  • Verschiedenes

Fragen mit Antwortvorgaben, Verwendung von fünf verschiedenen Schlüsseln: Häufigkeit, Wichtigkeit, Alternativ- und Sonderschlüssel.

Kosten:
keine Angaben
Stichwörter:
Anforderung, Arbeitsaufgabe, Belastungen, Gerechtigkeit von Entlohnungen, Informationsaufnahme und -verarbeitung, Lohngleichheit, Personalauswahl, Personalentwicklung, Qualifikationsanforderungen