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BAPF: Belastungs-Rating für alternssensitive psychische Faktoren

Autor(en):
LOHMANN-HAISLAH, BLUME
Gestaltungsbezug:
Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
Analysetiefe:
Screeningverfahren
Jahr:
2006
Quintessenz:
Mit dem BAPF Verfahren wird die Qualität der Arbeitsgestaltung und der sozialen Beziehungen unter besonderer Berücksichtigung von alternssensitiven Faktoren durch Mitglieder des jeweiligen Arbeitsbereiche bzw. Arbeitsplatztyps (Führungskräfte und Mitarbeiter) beurteilt. Dabei werden auf der Grundlage von 10 Faktoren und 25 Items mit jeweils drei Ausprägungen sowohl die alternssensitiven Defizite als auch die salutogenen Potenziale der Arbeitssysteme herausgearbeitet und im Ampelgrafikformat dargestellt (rot = Gestaltungsbedarf für alle Mitarbeiter; gelb = für die älteren Mitarbeiter; grün = derzeit kein Gestaltungsbedarf).

Basis dieser alternsbezogenen Beurteilung der Arbeitsverhältnisse sollte i. d. R. eine Gefährdungsbeurteilung der psychischen und physischen Belastungen/Gefährdungen sein. Die alternssensitiven Items des BAP-F Verfahrens referenzieren direkt die Analyseverfahren BAAM®, REBA, KfZA. Aber auch andere Verfahren zur Ermittlung psychischer Belastungen können als Rating-Input - ggf. nur selektiv - genutzt werden. Falls keine belastbaren Daten aus der Gefährdungsbeurteilung vorliegen, stellt das BAP-F Verfahren einen kurzen Screening-Fragebogen zur Verfügung, der speziell auf die Items des Ratingverfahrens abgestimmt ist.

BAP-F ist technisch gesehen ein Excel-Modell, das zu den einzelnen 10 Itemgruppen per Hyperlink fundierte und anschauliche Erläuterungen, insbesondere zur alternsbezogenen Bedeutung des jeweiligen Items anbietet.

Darüber hinaus werden die Ratingergebnisse über zwei Aggregationsstufen automatisch zu zwei Kennzahlen aggregiert (psychische Belastung und salutogenes Potenzial), die im Rahmen der "A-Flex-Methodenfamilie" (v. a. der physischen Belastungen) zu einer Index-Zahl, dem "Alternssystemwert", zusammengeführt werden können.

Das BAPF Verfahren ist auch zur Evaluation von Maßnahmen und Veränderungsprozessen unter Alternsgesichtspunkten einsetzbar. Nach einer fachlichen und methodischen Schulung ist es im Wesentlichen selbsterklärend, bedarf aber einer strikten Moderation, z. B. durch fachkundige Akteure i. d. R. des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes, mit entsprechenden Spielregeln über den Umgang mit den Ergebnissen (Mitbestimmung!).

Die Verfahrensentwicklung wurde im Rahmen des "A-Flex Projektes" durch das Land NRW und die EU (ESF) gefördert.
Ziel(e):
altersrelevante Belastungsanalyse
Methode(n) der Datengewinnung:
schriftliche Befragung, Gruppendiskussion
Merkmalbereich(e):

z. B. Vielseitigkeit, Aufmerksamkeit, soziale Unterstützung

Tätigkeitsklasse(n):
universell
Branche(n):
universell
Items:

10 Faktoren, 25 Items

Durchführungszeit(en):
ca. 2 Stunden je Gruppe (Führungskräfte/Mitarbeiter) je Arbeitssystem mit einem anschließenden Konsolidierungs- und Maßnahmenentwicklungsworkshop
theoretische Fundierung:

Handlungsregulationstheorie, ISO 10075

Gütekriterien:
keine; Die Items des BAP-F sind inhaltlich eng an die Fragebögen BAAM®, KFZA und REBA angelehnt, die jeweiligen drei Antwortstufen der Items orientieren sich dabei teilweise am TBS und am TBS-GA.
Art:

Einzelverfahren und kombinierbar mit der physischen alternssensitiven Belastungsbeurteilung aus der "A-Flex-Methoden Familie"

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Blume
Tel. 0234 92231-42
E-Mail: 
Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung (BIT e. V.)
Unterstraße 51
44892 Bochum
bao GmbH
Tel. 030 80108080
E-Mail: 
bao GmbH
Alt-Lichtenrade 112
12309 Berlin
Andrea Lohmann-Haislah
Tel. 030 51548-4218
E-Mail: 
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Nöldnerstraße 40-42
10317 Berlin
Zugang:
Beispiel-Items:

z. B. Ratingfaktor: Wissen & Lernen:
Die geforderte und verfügbare Vorbildung für die Arbeit wird...
(Vorbildungsnutzen)
3 = gar nicht oder teilweise ausgenutzt, Gefahr des Verlernens von Qualifikationen besteht.
2 = nahezu ausgenutzt, Verlernen von Qualifikationen jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen.*
1 = vollkommen ausgenutzt, Verlernen von Qualifikationen unwahrscheinlich.

Der Erwerb der nötigen zusätzlichen Qualifikationen wird vom Unternehmen (Qualifikationsangebote)
3 = nicht ermöglicht.
2 = nur teilweise ermöglicht.
1 = ausreichend ermöglicht.*

Kosten:
2-3 Beratertage zum exemplarischen Erlernen im Rahmen eines betrieblichen Pilotprojektes
Stichwörter:
Alter, psychische Belastungen, Demographie, Mitbestimmung, Gefährdungsbeurteilung