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BAAM®: Verfahren zur Beurteilung von Arbeitsinhalten, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung und sozialen Beziehungen

Autor(en):
BLUME, SCHLEICHER, JÜRGENS, ABELE, JORDAN
Gestaltungsbezug:
Quantitative Verfahren der Verhältnisprävention
Analysetiefe:
Screeningverfahren
Jahr:
1999
Quintessenz:
Mit BAAM® werden die Defizite und die salutogenen Merkmale der Gestaltung von Arbeitsinhalten, der Arbeitsorganisation, der Mitarbeiterführung und der sozialen Beziehungen beurteilt. Darüber hinaus können ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, die Effizienz der Aufgabenerledigung sowie die Zielerreichung des Arbeitsbereiches eingeschätzt werden. Die Erhebung und Beurteilung erfolgt in drei Stufen:

1. Fragebogenscreening durch alle Mitarbeiter des Untersuchungsbereichs
2. Moderierte Gruppenanalyse mit ausgewählten Mitarbeitern zu den vorab mittels des Fragebogens erhobenen Belastungsschwerpunkten
3. Beurteilung durch den Steuerkreis (Geschäftsleitung / Arbeitnehmervertretung), ggf. unterstützt durch fachliche Expertise:

Gefährdungsbereiche können so präzise lokalisiert, differenziert beurteilt und in Gestaltungsvorschläge umgesetzt werden. Die Protokollierungsstandards der Datenauswertung und der Entwicklung von Maßnahmen nebst Wirkungskontrolle genügen den Anforderungen des § 6 ArbSchG. Differenzierte "Spielregeln" zur Mitarbeiterbeteiligung, Mitbestimmung, Projektsteuerung, Datenschutz etc. sind Bestandteil des BAAM®-Verfahrens. Das Verfahren dient zur Intervention: Eine aus den Ergebnissen der Beurteilung abgeleitete verbindliche Maßnahmenplanung (Abbau von Defiziten, Stärkung salutogener Faktoren) ist obligatorischer Verfahrensbestandteil. In größeren Unternehmen kann nach einer Schulung und dem Coaching geeigneter Mitarbeiter das Verfahren in Eigenregie durchgeführt werden (Lizenzvertrag zur Qualitätssicherung erforderlich).

Verfahrensvarianten:
- BAAM Schule (im Rahmen eines Modellprojekts an 10 Schulen in NRW erprobt)
- Für Kleinunternehmen (< 20 Mitarbeiter) existiert ein spezielles Verfahren ohne Fragebogeneinsatz, dessen Hauptbestandteil die moderierte Analyse von Störungen im Prozessablauf ist (BBAP - Beurteilung von Belastungen aus Arbeitsprozessen)

Für alternssensitive Belastungsanalysen besteht Anschlussfähigkeit an das Verfahren "BAPF - Belastungsrating für alternssensitive psychische Faktoren".
Ziel(e):
Belastungsanalyse
Methode(n) der Datengewinnung:
schriftliche Befragung, mündliche Befragung
Merkmalbereich(e):

Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, Mitarbeiterführung, soziale Beziehungen, Arbeitseffizienz, Zielerreichung, Gesundheit

Tätigkeitsklasse(n):
universell
Branche(n):
universell
Items:

Standard:
soziodemografische Angaben: je nach Untersuchungseinheit
(obligatorisch: Tätigkeit/Arbeitsplatztyp; optional: Alter, Geschlecht, Tätigkeitsdauer)
Arbeitsinhalt, -umgebung, -mittel: 10 Items
Arbeitsorganisation: 10 Items
Mitarbeiterführung, soziale Beziehungen: 10 Items,
gesundheitliche Beschwerden: 16 Items,
Bewertung der Zielerreichung der Untersuchungseinheit: variabel,
im Vorfeld durch Führungskräfte zu spezifizieren,
offene Fragen zu besonders belastenden und entlastenden Faktoren
persönliche Perspektiven (Entwicklung von Arbeitszufriedenheit und Gesundheit): 2 Items

Zusatzmodule:
Personenbezogene Dienstleistungen: 10 Items
Software-Ergonomie: 12 Items
10 Items speziell für personenbezogene Dienstleistungen

Durchführungszeit(en):
ca. 20 Min. Fragebogen (Standard), ca. 4 Std. moderierte Gruppenanalyse, zzgl. Informations- und Abstimmungs-, Beurteilungs- bzw. Entscheidungsaufwand
Gütekriterien:
keine; Handlungsregulation, Regulationshindernisse, salutogenes Gestaltungskonzept, EFQM / ISO 10075
Art:

Einzelverfahren (Stufenverfahren (modular), nach Verfahrenseinweisung und Qualifizierung von Unternehmen selbst anwendbar (Anwenderlizenz)

Ansprechpartner:
Dr. Andreas Blume
E-Mail: 
Robert Schleicher
E-Mail: 
Berufsforschungs- und Beratungsinstitut für interdisziplinäre Technikgestaltung (BIT e. V.)
Unterstraße 51
44892 Bochum
Perry Jordan
E-Mail: 
Arbeitsgestaltung und Betriebsorganisation
Achtbeeteweg 49
01189 Dresden
Zugang:
Beispiel-Items:

Für die Gestaltungs- und Belastungsfaktoren:

Arbeitsinhalte: Ich bestimme selber, wann ich welche Teilaufgabe erledige.
Arbeitsorganisation: Meine Arbeitsaufgaben kann ich störungsfrei bearbeiten.
Mitarbeiterführung: Mein direkter Vorgesetzter beteiligt mich an den wesentlichen Fragen der Arbeit (Ziele, Arbeitsgestaltung, Arbeitsorganisation, Veränderungen).
Personenbezogene Dienstleistungen: Den meisten Kunden, mit denen ich zu tun habe, kann ich tatsächlich helfen.
Software-Ergonomie: Fehler bei der Arbeit mit der Software lassen sich leicht wieder beheben.

Antwortformat: Dichotome Beantwortung in drei Schritten (Forced Choice):

A: Trifft überwiegend zu / trifft überwiegend nicht zu
B: Dieser Umstand belastet mich: ja / nein
C: Dieser Umstand erschwert die Erledigung der Aufgaben: ja / nein

Kosten:
Durchführung durch Berater nach Tagessätzen in Abhängigkeit von der Größe der Untersuchungseinheit. Für die Etablierung des Verfahrens in der Organisation: eine Schulung (2-3 Tage) und Hospitation/Coaching bei der Durchführung.
Stichwörter:
Arbeitsgestaltung, Arbeitsinhalt, Arbeitsorganisation, Arbeitseffizienz, Belastungsbeurteilung, Evaluation von Reorganisationsprozessen, Führung, Gesundheit, personenbezogene Dienstleistungen, soziale Beziehungen, Software-Ergonomie, Wirtschaftlichkeit