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EpiManager

Wissensbasiertes Programmsystem zur Planung epidemiologischer Studien in der Arbeitsmedizin

Die Software EpiManager steht in der Version 1.1, Februar 2000, (update 28.02.2001) kostenlos zum Herunterladen zur Verfügung.

Der EpiManager wurde im Auftrag der:

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
Abteilung Epidemiologie
Nöldnerstr. 40/42
10317 Berlin
Telefax: 030 51548-4170

vom:

Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE)
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55
45122 Essen
Telefax: 0201 7235933
E-Mail:

entwickelt.

Projektleitung:

Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel (IMIBE)

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Bearbeitung:

Systemkonzeption und Programmierung:
Dr. Michael Person (IMIBE)

Epidemiologische Inhalte:
Dr. Gottfried Enderlein (BAuA),
Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel (IMIBE)

unter Mitarbeit von Dr. Wolfgang Ahrens,
Dipl.-Stat. Hermann Pohlabeln (BIPS, Bremen)

Ausführliche Informationen zum System sind im Handbuch zum System EpiManager für Microsoft Windows zusammengestellt.

Wegen beschränkter Personalkapazitäten bitten wir, bei Rückfragen zum System zunächst das Handbuch zu konsultieren. Wenn dann noch offene Fragen und Anregungen bestehen, bitte diese schriftlich an die Programmentwickler zu richten.

Für den Begriff EpiManager besteht Markenschutz beim Deutschen Patent- und Markenamt.

Analytische epidemiologische Studien sind in der Arbeitsmedizin ein unverzichtbares Mittel zum Erkenntnisgewinn und zur Beurteilung des Erfolgs von Präventionsmaßnahmen. Eine sachgerechte optimale Planung einer Studie ist die Grundlage für Qualität und Aussagekraft der Studie bei zweckmäßigem Mitteleinsatz. Zielstellung des Forschungsprojekts war es, der arbeitsmedizinischen Forschung ein Instrumentarium zur Verfügung zu stellen, das die Planung und Vorbereitung der Studie erleichtert und die Einhaltung hoher Qualitätsstandards unterstützt.

Dementsprechend wurde in zwei Etappen das wissensbasierte System EpiManager zur Planung analytischer epidemiologischer Studien in der Arbeitsmedizin vom Institut für Medizinische Information, Biometrie und Epidemiologie des Universitätsklinikums Essen im Auftrag und unter Mitarbeit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Standort Berlin, geschaffen. Bereits die erste Fassung zeigte im Jahre 1997 im Test ihre Funktionsfähigkeit aber auch Schwachstellen bei der Nutzung. In einer zweiten Bearbeitungsetappe wurde der Nutzungsrahmen wesentlich erweitert und eine Anpassung an die Empfehlungen der Guten Epidemiologischen Praxis (GEP) vorgenommen, welche von der AG Epidemiologische Methoden der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Epidemiologie (Endredaktion: B.-M. Bellach, H.-W. Hense, W. Hoffmann) im Juni 1999 im Entwurf vorgelegt und im Februar 2000 zur Erprobung bestätigt wurden. Die Langfassung der GEP ist im Internet publiziert.

EpiManager ist ein wissensbasiertes Programmsystem, das die Planung analytischer epidemiologischer Studien in der Arbeitsmedizin unterstützt, aber auch in Umweltmedizin, Sozialmedizin und Public Health anwendbar ist. EpiManager ermöglicht die Erarbeitung eines Studienplans und enthält wissensbasierte Empfehlungen, die im System abrufbar sind und auch als Anhang zum Handbuch abgedruckt wurden. Das System setzt die Forderungen der Guten Epidemiologischen Praxis um, wie sie von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Epidemiologie konzipiert wurden.

In der letzten Bearbeitungsphase nach Fertigstellung des Programmsystems im Sommer 1999 wurden drei Beispiele integriert, die jeweils zur Veranschaulichung aufgerufen werden können:

(1) Fall-Kontroll-Studie zu Lungenkrebs und Risiken am Arbeitsplatz
(2) Kohorten-Studie zum Einfluss von Dieselmotoremissionen auf die Lungenkrebsmortalität im Kalibergbau
(3) Prävalenz-Studie zu Kniegelenkschäden bei Tätigkeiten mit Kniebelastung im Schiffbau

Mit dem parallel durchgeführten Tests liegt seit Ende Februar 2000 das System EpiManager in der verbesserten Version 1.1 vor, das Update vom 28.02.2001 wurde von der BAuA ins Internet gestellt.

Das System ist auf jedem PC mit dem Betriebssystem MS-Windows 3.1 (oder aktueller) mit MS-DOS 5.0 (oder aktueller) oder MS-Windows NT installierbar. Das Programm kann als freie Software von dieser Webseite heruntergeladen werden.

EpiManager ist ein mit Smalltalk programmiertes objektorientiertes modulares System. Es ermöglicht eine flexible Nutzung ohne Ablaufzwänge und damit eine schrittweise Erarbeitung und Vervollständigung eines Studienplans je nach den zur Verfügung stehenden Informationen. Die vorgegebene Struktur des Plans soll gewährleisten, dass das entstehende Protokoll zum Studienplan die wesentlichsten Elemente für eine qualitativ hochwertige Studie in übersichtlicher Form enthält. Damit soll sowohl dem Lernenden eine Hilfestellung gegeben als auch dem erfahrenen Epidemiologen die Aufstellung eines Studienplans erleichtert werden. Das epidemiologische Basiswissen ist in vielen Empfehlungen aufrufbar, die den einzelnen Eingabemasken zugeordnet sind.

Den ersten Teil des Forschungsberichts Fb 913 der BAuA bildet das Handbuch von EpiManager. Um das System EpiManager besser in der Lehre nutzen zu können und dem Nichtepidemiologen die Grundzüge der Studienplanung eingehender zu erläutern, ist dem Handbuch ein Leitfaden beigefügt (zweiter Teil des Forschungsberichtes Fb 913). Dieser Leitfaden enthält viele Hinweise auf aktuelle epidemiologische Übersichtsliteratur und weitere Beispiele.

Der Studienplan hat folgende Struktur:

  1. Titel, beteiligte Institutionen, Verantwortlichkeiten;
  2. Studienthema;
  3. Zielvariablen;
  4. Hauptsächlich interessierende Expositionen;
  5. Untersuchungspopulation; Design;
  6. Arbeitshypothesen;
  7. Begründung des Studientyps;
  8. Kalkulationen zum Studienumfang (EpiManager enthält grundlegende Module zur Fallzahlabschätzung);
  9. Vorgeschlagener Studienumfang;
  10. (Weitere) Expositions- und Risikofaktoren, Kontrolle des Confoundings;
  11. Instrumente, Qualitätssicherung, Dokumentation;
  12. Auswertung der Daten;
  13. Datenschutz und ethische Prinzipien;
  14. Zeitplan, Anhänge.

Die entstehenden Protokolle zum Studienplan für ein oder mehrere Studien werden zunächst als Arbeitsversion gespeichert und können so ausgedruckt werden. Nach Erreichen eines gewissen Bearbeitungsstandes sollten sie als Textdateien abgespeichert werden. Diese können dann mit einem beliebigen Textverarbeitungssystem wie z. B. WORD entsprechend den Wünschen des Nutzers bearbeitet werden. In dieser letzten Phase sollte auch das Literaturverzeichnis, das neben den eingegebenen Literaturstellen die systemimmanenten Literaturangaben enthält, geeignet reduziert und bearbeitet werden. Letztere lassen sich nämlich bei der Eingabe des Studienplans nicht modifizieren oder dauerhaft löschen.