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Nephrotoxicity of Organic Solvents - Evaluation of the Literature

Literaturrecherche

Der vorliegende Bericht gibt eine Zusammenstellung und Bewertung des gegenwärtigen Erkenntnisstands über Zusammenhänge zwischen einer Lösungsmittelexposition am Arbeitsplatz und Veränderungen der Nierenfunktion sowie nicht-neoplastischen Nierenerkrankungen wie akute Tubulusschäden und Glomerulonephritiden, die zu chronischem Nierenversagen bis hin zu terminaler Niereninsufffizienz führen können.

Lösungsmittel können über verschiedene Mechanismen die Niere schädigen, unter anderem durch reaktive Metaboliten, die durch Cytochrom-P450-abhängige Monooxygenasen oder ß-Lyasen gebildet werden. Um Veränderungen der Nierenfunktion festzustellen, ist eine Vielzahl unterschiedlicher Marker in der Harndiagnostik vorgeschlagen worden, von denen Gesamtprotein, Albumin, Transferrin, ß2-Mikroglobulin, Retinol bindendes Protein und N-acetyl-ß-D-Glucosaminidase die wichtigsten sind.

Nach kurzzeitiger hoher Exposition gegenüber verschiedenen Lösungsmitteln sind zahlreiche Fälle einer akuter Tubulusschädigung beschrieben worden. Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Lösungsmittelexposition und chronischen Nierenschädigungen, vor allem Glomerulonephritiden, ergeben sich aus einer Anzahl von Fall-Kontroll-Studien. Diese Studien liefern außerdem einige Anzeichen dafür, dass eine Exposition gegenüber Lösemitteln eher mit der Progression einer vorhandenen Glomerulonephritis als mit deren Entstehung assoziiert sein könnte. Der derzeitige Kenntnisstand lässt es jedoch nicht zu, diese Erkrankungen einer Exposition gegenüber bestimmten Lösungsmitteln bzw. -gemischen zuzuschreiben. Kohorten-Mortalitätsstudien haben keinen Hinweis auf irgendeinen Zusammenhang erbringen können, vermutlich wegen der Seltenheit der betrachteten Erkrankungen.

Eine statistische Auswertung der Daten aus Querschnittstudien spricht dafür, dass in Kollektiven, die gegenüber unterschiedlichen Lösungsmitteln (Toluol, Styrol, Aliphaten-Aromaten-Gemische, Tetrachlorethen, Mischungen von Chlorkohlenwasserstoffen) exponiert sind, häufiger als in den Kontrollgruppen eine erhöhte Konzentration von Albumin im Urin zu finden ist. Die Bestimmung der Albuminkonzentration im Urin könnte daher ein sinnvoller Parameter beim Monitoring lösungsmittelexponierter Beschäftigter darstellen. Die beobachteten Zusammenhänge bedürfen jedoch der Bestätigung durch weitere praktische Untersuchungen.

Der gesamte Bericht steht Ihnen in englischer Sprache als pdf-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.

 
J.-U. Voss, M. Roller, I. Mangelsdorf:
Nephrotoxicity of Organic Solvents - Evaluation of the Literature. Literaturrecherche
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2003. S. 208, Projektnummer: F 5159, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 884 KB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
B424/EC100/16, DM19/EC100/16, D122/EC100/16