Unter diesem Titel wurden im Rahmen des Modellprogramms zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen drei Projekte in der Zeit vom 01.04.2005 bis 31.09.2008 gefördert und fachlich begleitet. Ziel des Förderschwerpunktes war es, für Unternehmer Handlungshilfen zu entwickeln und zu erproben, die es ihnen ermöglichen, besser eigenverantwortlich für Gesundheit und Sicherheit in ihren Betrieben zu sorgen.
Hintergrund für den Förderschwerpunkt ist die besondere Situation der rund 1,65 Millionen Klein- und Kleinstbetriebe in Deutschland. Diese Betriebe mit bis zu neun sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stellen rund 80 Prozent aller Betriebe in Deutschland und beschäftigen fast jeden fünften Erwerbstätigen. Die Anzahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle liegt hier zwar im Durchschnitt, bei den Arbeitsunfallrenten stehen Betriebe dieser Größe jedoch an der Spitze. Vor diesem Hintergrund ist die Umsetzung der neuen BGV A2 und damit die Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Betriebsalltag von Kleinunternehmen von besonderer Bedeutung. Diese neue berufsgenossenschaftliche Vorschrift bietet Unternehmern die Chance, in großer Eigenverantwortung für Sicherheit und Gesundheit in ihrer Firma zu sorgen. Es fehlt den Betrieben aber häufig an Unterstützung und Instrumenten, ihre Chance zu erkennen, optimal zu nutzen und rechtssicher zu handeln.
Hier setzen die Modellprojekte amadeus, basik-net und GUSIK an. Dabei wurden mit drei unterschiedlichen Herangehensweisen praktikable und wirksame Wege einer optimalen betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung für Kleinunternehmen erschlossen und in der Praxis modellhaft erprobt.
Auf die Regelbetreuung in Kombination von persönlicher Beratung des Unternehmers durch Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie auf branchenspezifische Internetunterstützung setzte das Projekt basik-net. Hingegen bauten die Projekte amadeus und GUSIK auf das Pooling-Modell. Hier sollen die Angebote zum Arbeits- und Gesundheitsschutz von Organisationen wie Innungen, Kreishandwerkerschaften, Handwerkskammern und Fachverbänden ausgehen. Durch den Zusammenschluss mehrerer Betriebe (Pool) einer Branche oder eines Gewerkes können so tätigkeitsbezogene Probleme gebündelt und übergeordnete und optimale branchenspezifische Lösungen gefunden werden.
Betriebsärztliche und sicherheitstechnische Unterstützung von Kleinstbetrieben (basik-net)
uve GmbH für Managementberatung
Im Einzelnen entstanden das Internetportal www.basik-net.de mit spezifischen Informationen für die Gewerke der Maler und Lackierer, Dachdecker und Gerüstbauer. Es enthält ein Online-Tool, um Gefährdungsbeurteilungen zu erstellen sowie ein gewerkspezifisches Gefahrstoffverzeichnis.
http://www.basik-net.de
Gesund und sicher in Kleinstbetrieben (GUSIK)
Institut für Technik der Betriebsführung (itb)
Mit dem Handbuch "Werkzeuge einer erfolgreichen Poolbetreuung" wird unter www.gusik.info Handwerksorganisationen aufgezeigt, wie sich ein Dienstleistungsangebot erstellen lässt, mit dem die Betreuung von Kleinbetrieben gesichert werden kann. Dazu werden alle notwendigen Instrumente einschließlich von Vertragsentwürfen zur Verfügung gestellt.
http://www.gusik.info
Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit durch effiziente unternehmensbezogene Systemlösungen (amadeus)
Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Rhein-Neckar-Odenwald
Das Internetportal www.amadeus-handwerk.de öffnet den Weg zu verschiedenen Branchenportalen wie Kfz-Gewerbe, Holzbearbeitungsberufe, Friseurgewerbe, Elektrohandwerk, Sanitär-Heizung-Klima-Installationsgewerbe und Metallhandwerk. Es enthält spezifische Informationen angefangen bei Betriebsanweisungen bis hin zu Unterweisungshilfen, die auch als animierte Filme vorliegen.
http://www.amadeus-handwerk.de
Auf der Abschlussveranstaltung am 18.09.2008 wurden die drei Handlungsleitfäden vorgestellt, die hier heruntergeladen werden können.
Die drei Projekte haben sich zur Projektgemeinschaft AGnes zusammengeschlossen, um ihre Erfahrungen und Instrumente zu bündeln und die systematische, flächendeckende Verbreitung der bewährten Handlungskonzepte in Gang zu setzen.
http://www.ag-nes.de