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Im Jahr 2004 wurden vier Projekte zum Thema Pflege / Altenpflege gefördert. Ihre Umsetzung erfolgt gemeinsam mit dem Thematischen Initiativkreis "Gesund Pflegen" der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).
Pflegekräfte sind bei ihrer Tätigkeit einer Vielzahl von Belastungen ausgesetzt. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren vor allem im Bereich der Altenpflege durch eine veränderte Bewohnerstruktur mit einer Zunahme multimorbider Bewohner, einer höheren Arbeitsverdichtung und höheren Auflagen hinsichtlich der Pflegequalität verschärft. Im Bereich der Krankenhäuser haben die Fallpauschalen (DRGs), der Bettenabbau seit Anfang der 90er Jahre und die Verminderung der durchschnittlichen Verweildauer der Patienten bei einem gleichzeitigen Abbau von Stellen zu einer Erhöhung der Arbeitsbelastung beigetragen.
Dies beeinträchtigt nachhaltig die Qualität der Arbeit. Faktoren wie Kostendruck, Zeitdruck, Informationsdefizite, eine aufwändigere Pflegedokumentation und eine oft schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie verschleißen die psychischen und physischen Kräfte des Pflegepersonals. Krankheitsbedingte Fehlzeiten nehmen zu, die Personalfluktuation steigt bis hin zum Ausstieg aus dem Beruf. Dabei erhöht sich auf der anderen Seite angesichts der demografischen Entwicklung der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal.
Um einen endgültigen Berufsausstieg von qualifizierten Pflegekräften entgegenzuwirken, lag ein Schwerpunkt der Projekte auf der Förderung eines gesunden Wiedereinstiegs in den Altenpflegeberuf nach zeitweiliger Unterbrechung der Tätigkeit (Machbarkeitsstudie "Gesunder Wiedereinstieg in den Altenpflegeberuf", BGF-Institut Köln). Aber auch Fragen des Qualifizierungsangebotes für Pflegekräfte ("Analyse des Angebotes und des Qualifizierungsbedarfs aus der Sicht von praktisch in der Pflege tätigen Personen", FH Fulda) und des Einsatzes Langzeitarbeitsloser in Pflegetätigkeiten ("Integration Langzeitarbeitsloser in Einrichtungen der Pflege", ISF München) waren Untersuchungsgegenstand. Eine Bestandsaufnahme von ausgewählten arbeits- und gesundheitswissenschaftlichen Projekten in der Pflege (Expertise "Probleme und Lösungen in der Pflege aus Sicht der Arbeits- und Gesundheitswissenschaften", TU München) ermöglicht eine Orientierung und einen raschen Überblick über die bisherige Forschung. Darüber hinaus soll die Expertise Ideen für weitere Projekte zum Erhalt und zur Förderung der Gesundheit von Pflegepersonal anregen.
Für die unmittelbare praktische Nachnutzung wurde aus den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie "Gesunder Wiedereinstieg" ein Leitfaden mit Handlungshilfen erstellt. Der Bericht zum Qualifizierungsbedarf aus der Sicht von Pflegekräften enthält eine Liste mit Krankenhäusern, die die Umsetzung von gesundheitsförderlichen Arbeitsbedingungen in der Praxis unterstützen.
Neben dem als BAuA-Broschüre gedruckten Leitfaden liegen vier Berichte vor, die in den Bibliotheken an den Standorten Dortmund, Berlin und Dresden ausgeliehen werden können. Darüber hinaus stehen der Leitfaden und die Ergebnisberichte auf dieser Website zum Download zur Verfügung.