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Altersgerechte Arbeitsbedingungen

Im Modellprogramm des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Bekämpfung arbeitsbedingter Erkrankungen wurde am 6. Juni 2006 der Förderschwerpunkt "Altersgerechte Arbeitsbedingungen" ausgeschrieben. Zielgruppe dieses Förderschwerpunktes sind Beschäftige der Altersgruppe 55+. In Modellvorhaben sollen Konzepte zur Gestaltung altersgerechter Arbeitsbedingungen modellhaft entwickelt und erprobt werden, um Personen dieser Altersgruppe bei guter Gesundheit einen Verbleib in Beschäftigung zu ermöglichen, damit sie ihre Stärken bis zum Erreichen des Rentenalters in den Arbeitsprozess einbringen können. Die Konzepte und Ergebnisse werden in Form von Handlungshilfen mit dem Ziel ihrer bundesweiten betrieblichen Anwendung, auch in anderen Branchen veröffentlicht.

Den Hintergrund für den Förderschwerpunkt stellt die neue europäische Beschäftigungsstrategie dar, die im Rahmen der Sozialpolitischen Agenda für den Zeitraum 2000 bis 2005 formuliert wurde. Diese zielt darauf ab, die Gesamtbeschäftigtenquote innerhalb der EU generell anzuheben. Die im Förderschwerpunkt 2006 anvisierte Zielgruppe 55+ wird in der Neuausrichtung der Beschäftigungsstrategie besonders berücksichtigt, indem durch spezifische Maßnahmen darauf hingewirkt werden soll, das durchschnittliche Renteneintrittsalter EU-weit um 5 Jahre zu erhöhen. Auch die Bundesrepublik Deutschland ist angehalten, die Ziele der EU-Kommission in ihre nationale Strategie umzusetzen.

Die meisten nationalen und internationalen Aktivitäten zum Verbleib älterer Beschäftigter im Erwerbsleben beziehen sich lediglich auf Veränderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere auf die Beseitigung von Anreizen für ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben. Dem Erhalt und der Förderung der Gesundheit der Beschäftigten und der Beschäftigungsfähigkeit auch im höheren Lebensalter wird jedoch immer noch zu wenig Beachtung geschenkt, obwohl sich der demografische Wandel der Gesellschaft zunehmend auch in den Belegschaften von Unternehmen und Behörden niederschlägt. In fast allen Branchen und Tätigkeitsbereichen fehlen praktikable und erprobte Konzepte, Maßnahmen und Lösungen für den Umgang mit dem demografischen Wandel. Der daraus abzuleitende Handlungsbedarf wurde ausführlich in zwei Sachverständigengutachten beschrieben, die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Herbst 2005 in Auftrag gegeben wurden.

Auch der Arbeits- und Gesundheitsschutz steht infolge des demografischen Wandels der Erwerbsbevölkerung vor neuen Herausforderungen. Umgesetzte Modellvorhaben zur Gestaltung altersgerechter Arbeitsbedingungen, sind bisher selten zu finden. Ziel des Förderschwerpunkts "Altersgerechte Arbeitsbedingungen" ist es deshalb praxistaugliche Wege und Maßnahmen zu entwickeln und modellhaft umzusetzen, die dazu beitragen, die Beschäftigungsfähigkeit Älterer erhalten und fördern. Ansatzpunkte für mögliche Maßnahmen finden sich in verschiedenen Handlungsfeldern des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, z. B. in der altersgerechten Personal- und Organisationsentwicklung, aber auch der altersgerechten Arbeitsgestaltung.

In allen drei durch das BMAS geförderten und durch die BAuA fachlich begleiteten Modellvorhaben werden neben den gesundheitlich relevanten Aspekten ebenfalls betriebs- und volkswirtschaftliche Argumente herausgearbeitet, um die Akzeptanz und Umsetzung von Maßnahmen zum Thema "Demografischer Wandel in den Unternehmen" künftig zu erhöhen.

Im Zeitraum von 2006 bis 2009 werden die drei folgenden Modellvorhaben gefördert. Die ersten Ergebnisse liegen bereits vor.

Menschen in altersgerechter Arbeitskultur - Arbeiten dürfen, können und wollen! (MiaA)
Institut für gesundheitliche Prävention (IFGP)

Neben dem Online-Training "Führen im demografischen Wandel" ist ein Handlungsleitfaden entstanden. Dieser legt den Fokus darauf, das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer alternsgerechten Arbeitskultur zu schärfen und ein nachhaltiges Handeln im Unternehmen zu gewährleisten.
Den MiaA Handlungsleitfaden "Menschen in altersgerechter Arbeitskultur" und das Produktblatt zum Online-Training finden Sie unter "Downloads".

Logo: MiaA

http://www.miaa.de

Länger arbeiten in gesunden Organisationen (LagO)
Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (ISO)

Mit dem Handlungsleitfaden werden Unternehmen befähigt in sieben Schritten zur "demografiefesten" Organisation zu gelangen. Unterstützend steht eine Toolbox auf CD mit verschiedenen Instrumenten und Checklisten u. a. zur Altersstrukturanalyse, einem Check der Arbeitsbedingungen, zur Mitarbeiterbefragung und ein Workshopkonzept zur Verfügung.
Den Handlungsleitfaden "LagO Praxishilfe zur alternsgerechten Arbeitsgestaltung in Industrie, Handel und Öffentlichem Dienst" finden Sie unter "Downloads".

Logo: LagO

http://www.lago-projekt.de

Gestaltung altersgerechter Arbeitsbedingungen in Krankenhaus und Altenheim (GAbi)
Universität Flensburg, DIAKO Flensburg

Die erzielten Ergebnisse und Erkenntnisse werden in Form eines anwendungsorientierten E-Learning-Tools (voraussichtlich) Anfang Dezember veröffentlicht. Damit sollen Führungskräfte und andere interessierte Akteure des Gesundheitswesens zunächst für die Herausforderungen des demografischen Wandels informiert und sensibilisiert werden.

Logo: GAbi

http://www.gabiprojekt.de

Auf der Abschlussveranstaltung am 15.09.2009 wurden die Handlungsleitfäden vorgestellt, die hier heruntergeladen werden können.

Ansprechpartnerin in der BAuA 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
Nöldnerstraße 40-42
10317 Berlin

Dr. Jana May-Schmidt
Tel. 030 51548-4103
Fax 030 51548-4211

 

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