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Toleranz- und Akzeptanzschwelle für Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz


Das Ampelmodell ist ein zweistufiges Konzept zur Differenzierung von Maßnahmen bei Gesundheitsrisiken durch Exposition gegenüber gefährlichen Stoffen am Arbeitsplatz. Dabei wird erwogen, an ein hohes Gesundheitsrisiko strikte Verbotsmaßnahmen zu koppeln (ROTBEREICH). Andererseits soll sich bei zuverlässiger Einhaltung eines sehr niedrigen Risikos eine Verpflichtung zur weiteren Absenkung der Exposition erübrigen (GRÜNBEREICH), auch wenn dieses Gesundheitsrisiko größer als Null ist. Im dazwischen liegenden Besorgnisbereich (GELBBEREICH) gibt es zwar die Forderung nach Expositionssenkung, es werden jedoch auch wirtschaftliche, technische und soziale Aspekte bei dem Umgang mit einem bestimmten Gefahrstoff hinsichtlich der Auswahl von Maßnahmen abgewogen.

Der Schwerpunkt der vorliegenden Studie liegt bei Ampelmodellen zum Umgang mit krebserzeugenden Stoffen am Arbeitsplatz. Es erfolgt eine Literaturauswertung und eine Befragung von Interessensgruppen und Fachleuten im Arbeitsschutz. Die Auswahl der verwendeten Begriffe (z. B. Minimierung, Restrisiko, Gefahrenbereich) wird diskutiert. Es werden Hilfestellungen (z.B. internationale Vergleichswerte aus verschiedenen Regelungsbereichen und bestehende Risikohöhen durch Hintergrundbelastungen) zur Quantifizierung eines akzeptablen und eines tolerablen Risikos geliefert und es werden Vorschläge zur konkreteren Ausgestaltung eines Ampelmodells (z. B. betreffs des Umgangs mit der Unsicherheit bei der Risikoabschätzung und betreffs des Umgangs mit dem Populationsrisiko außer dem individuellen Risiko) vorgestellt. Die Interessensparteien sollten die hier erarbeiteten Informationen zur Verfügung haben und auf dieser Basis Dialoggespräche führen mit dem Ziel einer Konsensfindung über die Höhe eines akzeptables und eines tolerablen Risikos.

 
F. Kalberlah, M. Bloser, C. Wachholz:
Toleranz- und Akzeptanzschwelle für Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz. 
Dortmund: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2005. 174 Seiten, Projektnummer: F 2010, Papier, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 2 MB)



Signaturen der BAuA-Bibliothek:
B424/DF100/11, DM19/DF100/11, D122/DF100/11